BLESS - Die Anfänge in Indien

Wie Baptistengemeinde in Hyderabad von Gott angestoßen wurde.

Alles begann vor vielen Jahren, als ein Dorfbewohner die Ältesten der städtischen Baptistengemeinde in Hyderabad immer wieder bedrängte, sein Dorf zu besuchen. Bis sie sich dazu breit schlagen ließen ...

Was sie nur 90 Kilometer außerhalb der Metropole vorfanden war schockierende Armut, Analphabetismus und ein desolater Gesundheitszustand der Dorfbewohner. Die Gemeinde erkannte, dass ihr hier ein Auftrag von Gott gegeben wurde.

Was zunächst mit kleinen Hilfsaktionen begann, entwickelte sich stetig und ist heute die offiziell registrierte Hilfsorganisation BLESS der Gemeinde, die Gutes tut in 50 Dörfern im ländlichen Umfeld der pulsierenden Megacity Hyderabad.


Eine Zeitreise von den Anfängen bis heute

Ein persönlicher Erfahrungsbericht, wie die Lalaguda Baptist Church die Gründung ihres Hilfswerkes BLESS und die weitere Entwicklung erlebt hat.

"Bitte tut etwas für unser Dorf" war die stetige Bitte des alten Herrn Jakka Isaac, ein Bewohner des Dorfes Ardaspally, der nach Hyderabad gezogen war.

Widerstrebend besuchten wir, die Ältesten und der Pastor, sein Dorf an einem Sonntag nach dem Gottesdienst. Wir alle fuhren die etwa 90 Kilometer auf Motorrädern. Wir alle waren erstaunt über die Armut, den Analphabetismus und den schlechten Gesundheitszustand der Leute, nur 90 km entfernt von der gut entwickelten Metropole Hyderabad.

Was für ein Kontrast. Jakka Isaac zeigte uns sein abbruchreifes Haus und einen alten Kuhstall. Er bot uns Tee an. Dann sagte er: "Ich habe mich entschieden, euch dieses Grundstück zu geben. Bitte tut etwas für dieses Dorf. Ich habe die Erlösung durch Jesus Christus erlebt und ich wünsche mir, dass die Leute in meinem Dorf das Gleiche erfahren."

Wir alle knieten auf dem Schutt der Ruinen nieder und beteten zu Gott. Von da an begann uns Gott seine Vision für diese Menschen zu enthüllen. Es schien so, als ob seine Liebe uns drängte, loszugehen. Im selben Jahr organisierten wir einen Sommer-Missionseinsatz "Operation Evangeliumsfackel 1". Älteste, Frauen, Jugendliche und Kinder nahmen an dieser einwöchigen Aktion teil. Wir machten Bestandsaufnahme, Frauen machten Hausbesuche und Beratung, die Jugend veranstaltete eine Kinderstunde. Die Männer besuchten einmal am Tag das nächstgelegene Dorf, verteilten Handzettel und luden zu Filmvorführungen am Abend ein. Es war eine großartige Erfahrung für uns allle.

Solche Einsätze gab es jedes Jahr als "Operation Evangeliumsfackel 2", "Lydia 1", "Lydia 2" und so weiter. Diese Erfahrungen gaben uns eine Vorstellung davon, wie wir unseren Glauben praktisch leben können. Getreu dem Motto "ein Glaube ohne Taten ist tot" begann die Gemeinde dafür zu beten und in diesem Dienst mitzuarbeiten, was auch dem Gemeindeleben gut tat.

Während dieses Prozesses unter der Leitung von Sri David Sarma entstand BLESS und wurde als Hilfsorganisation registriert - der soziale Arm der Gemeinde ab 1992. Seit damals wurden etliche Aktionen in diesem und den benachbarten Dörfern ins Leben gerufen: Pflanzungen, Brunnenbohrungen, Vorschulen, medizinische Versorgung, Verteilung von Samen für Küchengärten, Vermittlung von gesunder Ernährung für wenig Geld, Programme für Schulabbrecher, Berufsausbildung für Jugendliche, Gesundheitsvorsorge, Impfungen und Nähschulen. Auf dem Land von Jakka Isaac wurde ein Gemeindezentrum mit Pfarrhaus gebaut.

Smt. Ramanarsamma, ein zum Christentum konvertierter Hindu, sah die vielfältigen und guten Aktivitäten, mit denen Armen geholfen und Gottes Wort verkündigt wird. Er schenkte BLESS 8.000 qm Land in diesem Dorf für unseren Dienst. Eine Einrichtung zur medizinischen Versorgung wurde gebaut. Das Land wird außerdem als Demonstrationsfeld für landwirtschaftliche Aktivitäten genutzt.

Heute hat sich die Arbeit auf 50 Dörfer in den Bezirken Nalgonda und Warangal ausgedehnt mit den drei Themenschwerpunkten Umwelt (Umweltunterricht an Schulen, Baumpflanzungen, Entwicklung von Ackerland, Staudammüberwachung), Gesundheit und Hygiene (Gesundheitsvorsorge, Geburtshilfe, AIDS-Prävention und -Hilfe bei Erkrankung, Familienwohlfahrt, sanitäre Anlagen) sowie Ausbildung (informelle Ausbildung, Nähschule, Leiterschaftstraining, Vorschulen, Fertigkeitstraining, Anaranda Kinderheim).

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    Indien ist der größte Milchproduzent der Welt, bewährt sich als globaler IT-Dienstleister und schießt Raketen ins All.

    Auf der anderen Seite gibt es Regionen, die in ihrer Entwicklung über 150 Jahre zurück sind, wo Menschen in größter Armut und unter widrigsten Bedingungen leben. Zusammen mit den unberührbaren Kasten (Dalits) gehören die Adivasi (Ureinwohner Indiens) heute zu den ärmsten Menschen dort.

    Ca. 10 Millionen Adivasi leben in städtischen Slums, ca. 90 % unter der Armutsgrenze. Als Nicht-Hindus werden sie neben den Dalits in der indischen Gesellschaft trotz gegenteiliger Gesetze nach wie vor als Ausgestoßene benachteiligt.